15.12.14 „Von der Spandauer Vorstadt durchs Berliner Voigtland“

wir schon einmal bei einem Rundgang durch die Spandauer
und Rosenthaler Vorstadt – oft fälschlicherweise als
„Scheunenviertel“ zusammengefasst – gestriffen haben.
Heute geht es im Wesentlichen rund um die Gartenstraße.
Die Ackerstraße geht von der Spandauer Vorstadt über die
Kolonie Voigtland bis in den Wedding. Als sie 1751 bebaut
wurde, begann sie jenseits der Stadtmauer, die sich
zwischen Torstraße und Linienstraße hinzog.
Der Koppenplatz lag am Stadtrand. Stadthauptmann
Christian Koppen stiftete 1705 ein Armenhaus in der
Armesündergasse, die lange schon Auguststraße heißt. 1855
errichtete Friedrich August Stüler ihm das im Süden des
Platzes vor Ort erhaltene Denkmal, das als das älteste in
Berlin gilt. Das Armenhaus schloss die Große Hamburger
Straße ab, dahinter erstreckte sich der Friedhof bis an die
Palisaden der Linienstraße. Jenseits der Torstraße beginnt
das Voigtland. 1751-54 ließ Friedrich II. je 15
Doppelhäuser in insgesamt vier Reihen für sächsische
Bauhandwerker erbauen. Die Grundstücke an Brunnen-,
Acker- und Bergstraße enteignete er dem Magistrat
entschädigungslos. Diese Häuser wichen den Mietshäusern.
In Potsdam-Babelsberg haben sich die Weberhäuser des 18.
Jahrhunderts erhalten.
Sie sehen ähnlich wie die der Kolonie Voigtland aus.
Julius Rodenberg schrieb 1884: „Hier, zwischen Hamburger
und Rosenthaler Tor, lag nur noch eine Art
von Arbeiterkolonie, das sogenannte Neu-Vogtland für die
bei den königlichen Bauten beschäftigten Maurer und
Zimmerleute aus Sachsen und dem Vogtland, welche
während des Sommers in Berlin waren und mit dem Winter
in ihre Heimat zurückzukehren pflegten. Der Name des
Vogtlandes hat sich noch lange für diese Gegend
erhalten…Das Vogtland war eine verruchte Stätte der Armut
und des Elends, in welche sich niemand gern
hinauswagte…“
Treffpunkt/Start: U Rosenthaler Platz (U 8, auf dem
Bahnsteig), 13:30 Uhr
Dauer ca. 2 Std; Preis inkl. Führung, Begleitung 4,-€ brutto

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