17.2.18 IN DIE PAUL-GERHARDT-STADT GRÄFENHAINICHEN AM RANDE DER DÜBERNER HEIDE

Treffpunkt: Berlin Hbf tief 8:10, Fahrt mit RE 5 ab 8:32 (Gl. 4) via Lu. Wittenberg Rückkunft dito an 18:23 wir fahren im zweiten Wagen in Fahrtrichtung vorn

Preis inkl. Fahrkosten (Wochenendticket) ab Treffpunkt am Ausgangsbahnhof, Führung, Begleitung 27,-€ p.P.

 

Eine Nachlese zum Reformationsjahr.

Mit Paul Gerhardt wurde einer der bekanntesten protestantischen Kirchenlieddichter 1607 in Gräfenhainichen geboren. Paul-Gerhardt-Haus und –Kapelle erinnern an ihn, auch die Stadt am Rand der Dübener Heide selbst hat ihren Reiz.

Der Weg durch das Städtchen – einst immerhin Kreisstadt mit dem Kennzeichen GHC- am Rande der Dübener Heide führt von Station zu Station zu Texten des wohl wichtigsten evangelischen Lieddichters Paul Gerhardt. Aber nicht nur er ist dabei Attraktion sondern zumindest Kleinode hat GHC einige zu bieten. So den Wasserturm, eine Schloßruine, Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit dem unteren und dem oberen Stadtturm, einem historischen Rathaus, der obligatorischen kursächsischen Postmeilensäule, die Stadtkirche St. Marien, die Gremminer Brücke mit dem Stadtbalkon, von dem wir über den Gremminer See – einem gefluteten Braunkohletagebau mit dem abgebaggerten Dorf hinüber zur Ferropolis schauen, dorthin ist es zu Fuß hin und zurück zu weit, Reisegesellschaften bieten Busfahrten dorthin an oder man fährt im Sommer mit der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn dorthin.

Ein Blick in die Geschichte:

Gräfenhainichen wurde 1285 erstmals urkundlich als Lehen des Grafen Albrecht II. von Anhalt erwähnt. Der Ort hieß anfangs zu dem Hayne, dann Gravenalbrechtshayn, woraus schließlich der heutige Name entstand. 1454 wurden die Stadtrechte bestätigt, nachdem alle Urkunden von einem Feuer vernichtet worden waren. 1607 wurde der bedeutendste Sohn der Stadt, der evangelisch-lutherische Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt, geboren. 1637 erreichten die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auch Gräfenhainichen, das von schwedischen Truppen fast vollständig zerstört wurde. Der Ort war bis 1815 Hauptort des  kursächsischen Amts Gräfenhainichen.

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.

Nachdem 1859 die Bahnstrecke Wittenberg–Bitterfeld eingeweiht worden war, siedelten sich wegen der verkehrsgünstigen Lage immer mehr Industriebetriebe an. 1874 wurde die erste Druckerei gegründet. Bis 1990 arbeiteten in Gräfenhainichen teilweise bis zu vier Druckereien. Seit 1890 wurde in der Nähe von Gräfenhainichen, zunächst im Tiefbau, später im Tagebau Braunkohle gefördert.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Betrieb  Stolzenberg am Bahnübergang Richtung Gröbern durch die SA eines der frühen Konzentrationslagereingerichtet, in denen Mitglieder und Funktionäre der Arbeiterorganisationen terrorisiert wurden. Im August 1933 wurden die Häftlinge in das KZ Lichtenburg überstellt. Während des Zweiten Weltkrieges mussten zahlreiche  Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in der Elektrowerke AG und in der Grube Golpa  Zwangsarbeit verrichten.

1952 wurde Gräfenhainichen Kreisstadt des damaligen Kreises Gräfenhainichen im Bezirk Halle für drei Städte und 27 Gemeinden (ab 1982 nur noch 26, da die Gemeinde Gremmin dem Braunkohlenabbau zum Opfer fiel).

Nach dem Ende der DDR, der Auflösung des Bezirkes Halle und der Wiedererrichtung des Landes Sachsen-Anhalt wurde der Kreis Gräfenhainichen bis zum 30. Juni 1994 erhalten. Im Zuge der Kreisgebietsreform 1994 verlor Gräfenhainichen den Status einer Kreisstadt.

 

In der 1844 eingeweihten Paul-Gerhardt-Kapelle wird ausführlich über Leben und Werk des berühmtesten Sohnes der Stadt informiert.

Übrigens wurde auch der Astronom Galle, Entdecker des Neptun, hier geboren.
Abschließend ist eine Rast (fast) in einem alten Schacht vorgesehen.

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