22.2.18 Berliner Stadtwanderung III. An der Spree nach jwd

Treffpunkt/Start: Bushst. Salvador-Allende-Brücke 10:30. ACHTUNG! Wegen Bauarbeiten auf der Brücke schon eine Station früher „Neuer Weg“ aussteigen !

Anfahrt z.B. Bus 169 oder 269 ab S Köpenick 10:12 bzw.- 10:21 Richt. Müggelschlößchenweg bzw. Alt-Müggelheim (nicht jedoch X-69, hält erst wieder am Krankenhaus!)

Wegstrecke: max. 9 km bei gemütlichem Tempo

Mit mehreren Möglichkeiten zur Pause am Rande!

Rückkehr von Hast. Rahnsdorf Waldschänke bzw. S Rahnsdorf mit Tram bzw. S-Bahn im 20‘(10‘-) Takt!

Preis inkl. Führung 5,-€

Wir treffen uns zu unserer Stadtwanderung auf bzw. an der Salvador-Allende-Brücke, von wo wir sowohl spreeaufwärts als auch spreeabwärts in Richtung Köpenicker Altstadt schauen. Leider ist die Brücke zur Zeit nur beschränkt zugänglich wegen Straßenbauarbeiten. Daher beginnt unsere Wanderung bereits an der vorherigen Bushaltestelle Neuer Weg. Wir passieren die frühere Colonie Hirschgarten, die selbst schon Mal Gegenstand eines Spaziergangs war.

Die Entstehung der Villenkolonie, die auf eine Initiative des Berliner Bankiers Friedrich Wilhelm Albert Hirte zurück ging und deren Ausführung ein Werk des Architekten und Stadtplaners Eduard Tietz war, kann noch einmal rekapituliert werden. Ebenso die Geschichte des Solbades. Aber die Herkunft des Namens der „Colonie“ ist schon eher umstritten. Ursprünglich sollte sie Eschengraben heißen, nach dem untersten kanalisierten Abschnitt der Erpe. Nach der einen Version gab es einen Bankier namens Hirsch, auf den der Name zurück gehen soll, nach der anderen gab es auf dem einstigen „Hirschacker“ (die Wiesen entlang der Spree) ein Gasthaus „Goldener Hirsch“, von dem der Name der entstehenden Siedlung abgeleitet worden sein soll.

Unsere Wanderung führt parallel entlang des Müggelseedamms, wobei wir, dort wo möglich, immer Mal den Kontakt zum Spreeufer suchen möchten, mit Ausnahme des letzten Abschnitts vor Rahnsdorf, um die Strecke abzukürzen. Die noch mit der Colonie Hirschgarten korrespondierende Villa Miether passieren wir. Für den Bankier Carl Miether 1874 entstanden, wurde die große Villa mit Gärten als Kinderferienobjekt der BVB genutzt und steht heute offenbar -provisorisch gesichert – leer.

Wir folgen dem Pfad hinter dem Zaun nach rechts und befinden uns am Spreeufer, genießen den Blick auf den Fluss und die Köpenicker Silhouette, kommen am früheren Strandbad „Kamerun“ vorbei und erreichen – wieder am Müggelseedamm – bald das Wassersportzentrum mit Yachthafen an der Spree. Kurz danach geht es rechts in einen Weg namens „Hahns Mühle“.

Der Köpenicker Ratszimmermeister und Stadtverordnetenvorsteher Wilhelm Hahn betrieb hier an der Müggelspree von 1876 bis 1906 eine Sägemühle, um die herum sich eine weitere kleine Kolonie entwickelte. Dann erwarb der Friedrichshagener Ruderverein von 1892 das Gelände der Schneidemühle, errichtete sein Vereinsheim, heute die gleichnamige Gaststätte „Hahns Mühle“. Auch eine Anlegestelle der Stern- und Kreisschifffahrt war entstanden.

Wieder auf dem Müggelseedamm erreichen wir bald den ältesten Teil der Kolonie Friedrichsgüte, heute Friedrichshagen, 1753 hier von Friedrich dem Großen eingerichtet. Ein Gedenkstein vor dem Bräustübel weist auch darauf hin. Die spätere Brauerei „Bürgerbräu“ steht auf dem Standort des einstigen Lehnschulzengutes. Die weiße Villa oder Bauten im Müggelpark sowie später wieder am Müggelseedamm sind architektonische Kleinode am Weg. Auch auf das Wohnhaus von Wilhelm Bölsches, so etwas wie der Spiritus rector des Friedrichshagener Dichterkreises, wird noch einmal hingewiesen. Eine übergeordnet bedeutsame wissenschaftliche Einrichtung ist das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Das Museum im Wasserwerk Friedrichshagen hat leider nur freitags bis sonntags geöffnet.

Hier treffen wir auf eine weitere Besonderheit: in neun Metern Höhe überspannt ein Tau die Straße – das Eichhörnchenseil wird von der „Zielgruppe“ angenommen und seit dessen Einrichtung ist keiner der possierlichen Nager hier mehr überfahren worden.

Wir folgen dann dem Weg am Nordufer des Müggelsees, im Winter gibt es hier geradezu mystische Momente, bis zum Strandbad Müggelsee.

In Rahnsdorf-Mühle schließen wir die Wanderung (mit Rastmöglichkeit im Café oder im Asiatischen Restaurant) ab. Hier finden wir auf der Brücke über das Fredersdorfer Mühlenfließ zwei interessante Aufsteller, die die Geschichte Rahnsdorfs und seiner Mühlen dokumentieren. Vielleicht später noch einmal Gelegenheit noch einmal hierher zurückzukehren.

Die „Waldschänke Rahnsdorf“ – ursprünglich mal geeigneter Endpunkt einer solchen Wanderung – ist seit langem geschlossen und beherbergt gelegentlich einen Verkauf von Bioprodukten….

Je nach Witterung und Kondition könnte man unsere heutige Wanderung aber auch früher abbrechen und zum Beispiel mit der Straßenbahn nach Friedrichshagen zurückfahren, um dort zu rasten.

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