26.4.18 Rund um den Zeesener See

Treffpunkt/Start: Königs Wusterhausen Bahnhof, 10:19, Gleis 1 zur Ankunft RB 24, Richt. Senftenberg,(Hohenschönhausen 9:44, Lichtenberg 9:53, Ostkreuz 9:58, Schöneweide 10:06). Sie können aber auch mit der S-Bahn oder RE 2 anreisen. Ich erwarte Sie am Gleis 1. Rückfahrt von KW jederzeit möglich!

Wegstrecke ca. 11 km mit Rastmöglichkeiten

Preis inkl. Führung: 5,-€. Fahrkosten (ggf. Berlin ABC) und Verpflegung individuell, Einkehr am Schluss möglich, aber nicht sicher

 

Am Bf. Königs Wusterhausen geht es durch den Tunnel und gegenüber in den Kirchsteig. An einem Kiosk sieht man ein Vergleichsbild auf der Zeit vor über 100 Jahren. Einst befand sich hier ein beliebter Biergarten und hier konnten Familien Kaffee kochen. Heute ist nicht Mal mehr Riedels Landgasthof an der Neuen Mühle geöffnet. Ich hoffe, Sie haben „Stullen“ und etwas zu trinken bei.
Gleich geht es wieder nach rechts. An der Ecke zur Storkower Straße erinnert man an das hiesige KZ-Außenlager, wo in den letzten Kriegsmonaten vor allem polnische Juden, auch Frauen und Kinder schuften müssten. Der bekanntesten Zeitzeuge war Jurek Becker.

Schräg gegenüber von der Einmündung des Siedlerwegs geht ein Pfad in den Wald mit dem Hinweis auf eine Streuobstwiese und ein Achtungsschild für Frösche.

Denn unweit im Tiergarten links sowie im Krebssee rechts gibt es Laichgewässer.

Wir befinden uns am Naturschutzgebiet Senziger Luch, passieren die erwähnte Streuobstwiese und erreichen über die Fasanenstraße den Ortsteil Zeesen.

Friedrich II. betrieb hier, wenn nicht sogar schon sein Vater, die Aufzucht von Fasanen und Rebhühnern für die Jagd.

Die Bebauung hier ist allerdings durchweg jüngeren Datums und selbst die Dorfaue entbietet kaum ländlichen Charme, zwischenzeitlich gibt es nur wenige Möglichkeiten in Richtung des Luchs und insbesondere des Großen Zeesener Sees zu gelangen.

Die Grundschule passierend erreichen wir die Einmündung der Straße „Am Schlosspark“. Diesen als solchen zu erkennen, bedarf Phantasie.

Das „Schloß“, das heute kaum noch erkennbar ist, war mal in den 30er Jahren Drehort für Gustaf Gründgens und seinem Film „Der Schritt vom Wege“ nach Theodor Fontanes „Effi Briest“. Mehr noch: er wohnte hier auch zeitweise mit seiner Frau Marianne Hoppe. Zuvor übrigens auch der Bankier Eugen Gutmann. Das Schloß Zeesen war eigentlich nur ein herrschaftliches Wohnhaus – ein „Lusthaus“ mit Gartenanlage, 1690 wurde es ursprünglich errichtet und Ende des 19. Jahrhunderts aufgestockt…

Ein Spruch, der hier mal grassierte war:.

„Hoppe, Hoppe, Gründgens, die kriegen keine Kindgens, und das hat seine Gründgens“ oder „Hoppe, Hoppe, Gründgens, die kriegen keine Kindgens; und kriegt die Hoppe Kindgens, dann sind die nicht von Gründgens – Gründgens war eigentlich Homosexuell, Marianne Hoppe trotzdem seine zweite Ehefrau.

Wir folgen weiter dem Rundweg auf der Seestraße. Jetzt geht es fast direkt am Wasser entlang, mit Blicken über den See oder Möglichkeiten zum kurzen Rasten. An der Südspitze des Sees erreichen wir Körbiskruge an der Spreewaldstraße, doch wir halten uns weiter links vorbei an der Anglersiedlung den Rundweg um den Großen Zeesener See weiter folgend.

Der Weg auf einem früheren Bahndamm erreicht die Senziger Straße, auf der wir die Siedlung Waldesruh erreichen. Geht man nach links in die Siedlung bis zum Wiesendamm, träfe man auf Badestelle und Liegewiese.

Der Rundweg schließt sich, indem wir die Chausseestraße querend bis in den Tiergarten laufen.

Der Tiergarten basiert auf einem königlichen Erlass von Friedrich Wilhelm I. von 1705. Wir finden im Gelände immer wieder mal lebens- und zum Teil überlebensgroße Holzfiguren, die auf die Geschichte hinweisen. Der Wildreichtum der hiesigen Wälder bot eine gute Grundlage für die Jagd, so entstand ja nicht umsonst das Jagdschloss zu Wusterhausen, woraus dann Königs Wusterhausen wurde….

Doch das ist schon wieder eine andere Geschichte, die wir gern mal bei einer Stadtexkursion durch Königs Wusterhausen nachvollziehen können.

Die Neue Mühle geht auf eine schon unter dem späteren König Friedrich I. 1696 errichtete Schleuse hin, leider hat – wie schon gesagt – Riedels Landgasthof wohl für immer geschlossen. Daher geht es für uns auf dem Kirchsteig zum Bahnhof Königs Wusterhausen zurück. Nahe des Bahnhofs gibt es mehrere Cafés bzw. Gaststätten. Offiziell ist die Veranstaltung am Bahnhof aufgehoben.

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